Augenpflege beim Hund: Tränensteine entfernen und Entzündungen vorbeugen (2026)
Augenpflege beim Hund: Strahlender Blick und gesunde Augen
Die Augenpflege beim Hund ist weit mehr als eine Schönheitsfrage. Die Augen sind eines der empfindlichsten Sinnesorgane – und gleichzeitig eine der häufigsten Eintrittspforten für bakterielle Infektionen. Wer die Augenpflege beim Hund vernachlässigt, riskiert schmerzhafte Bindehautentzündungen, Hornhautläsionen und chronische Hautirritationen unter den Augen.
Besonders betroffen sind Rassen mit flachen Gesichtern (Französische Bulldogge, Mops, Shih Tzu), Rassen mit hellen Fellfarben (Malteser, Weißer Schweizer Schäferhund, Bichon Frisé) und Rassen mit hervorstehenden Augen (Chihuahua, Pekingese). Aber grundsätzlich braucht jeder Hund eine regelmäßige Augenkontrolle und Reinigung – täglich kostet sie kaum zwei Minuten und verhindert langfristige Probleme.
- Warum entstehen Tränensteine? Die Biologie dahinter
- Welche Rassen sind bei der Augenpflege besonders gefordert?
- Augenpflege beim Hund: Die tägliche Schritt-für-Schritt-Routine
- Welche Produkte eignen sich für die Augenpflege beim Hund?
- Tränenflecken dauerhaft reduzieren: Was wirklich hilft
- Prävention durch den richtigen Haarschnitt
- Warnsignale: Wann sofort zum Tierarzt?
- Ernährung und ihr Einfluss auf die Augengesundheit
1. Warum entstehen Tränensteine? Die Biologie dahinter
Rötlich-braune bis dunkelbraune Verfärbungen unter den Augen – die sogenannten Tränensteine oder Tränenflecken – sind eines der häufigsten kosmetischen und gesundheitlichen Probleme bei Hunden. Sie entstehen durch Porphyrine: eisenhaltige Moleküle, die als Stoffwechselprodukte im Tränensekret ausgeschieden werden.
Wenn das Tränensekret auf dem Fell verbleibt – weil es nicht täglich abgewischt wird oder weil die Tränenproduktion zu hoch ist – oxidiert das Eisen in den Porphyrinen durch den Kontakt mit Luft und Licht. Das Ergebnis ist die charakteristische rötlich-braune bis schwarze Verfärbung, die sich tief in die Haarstruktur einbrennt. In fortgeschrittenen Fällen ist das verfärbte Haar nur noch durch Abschneiden zu entfernen.
Unter den Verfärbungen spielt sich ein weiteres Problem ab: Die dauerhaft feuchte Haut unter dem Auge bietet ein ideales Milieu für Bakterien und Hefepilze. Chronische Feuchtigkeit führt zu Hautreizungen, Entzündungen und in schlimmeren Fällen zu offenen, schmerzhaften Stellen. Gründliches Trockenhalten der Augenpartie ist deshalb genauso wichtig wie das Reinigen.
Ursachen für übermäßige Tränenproduktion
- Anatomische Besonderheiten: Flache Gesichtsschädel (Brachyzephalie) führen zu veränderten Tränenkanälen, die das Sekret nicht effizient ableiten können.
- Haare im Auge: Haare die den Augapfel berühren oder in den Augenwinkel pieksen, stimulieren die Tränendrüse reflexartig zur Mehrproduktion.
- Verstopfte Tränenkanäle: Der Tränennasenkanal kann durch Ablagerungen oder Fehlstellungen verlegt sein – eine tierärztliche Spülung hilft oft dauerhaft.
- Futterunverträglichkeiten: Allergische Reaktionen auf Futterinhaltsstoffe äußern sich häufig durch gesteigerte Tränenproduktion.
- Wasserqualität: Kalkhaltiges Leitungswasser mit hohem Mineraliengehalt kann die Porphyrin-Produktion anregen.
2. Welche Rassen brauchen bei der Augenpflege beim Hund besondere Aufmerksamkeit?
Nicht alle Hunde sind gleich stark von Augenproblemen betroffen. Folgende Rassegruppen brauchen intensive tägliche Augenpflege beim Hund:
Brachyzephale Rassen (flache Gesichter)
Französische Bulldogge, Mops, Shih Tzu, Pekingese, Boxer und English Bulldog haben durch ihre Schädelform veränderte Augen- und Tränenkanal-Anatomie. Tränenkanäle verlaufen enger, das Tränensekret staut sich leichter. Außerdem liegen die Augen dieser Rassen hervorgehobener – sie sind anfälliger für Fremdkörper, Staub und mechanische Reizungen.
Helle Rassen und Weißhaarrassen
Malteser, Bichon Frisé, Weißer Schweizer Schäferhund und ähnliche Rassen zeigen die Porphyrin-Verfärbungen besonders deutlich da das weiße Haar den Kontrast maximiert. Die Augenpflege beim Hund ist hier nicht häufiger notwendig – aber die Konsequenz der täglichen Reinigung macht optisch den größten Unterschied.
Langhaarige Kleinhunde
Malteser, Havaneser, Yorkshire Terrier, Shih Tzu: Das lange Haar wächst bei diesen Rassen auch um und über die Augen. Haare die den Augapfel berühren oder in den Augenwinkel hängen stimulieren dauerhaft die Tränenproduktion. Regelmäßiges Kürzen der Augenpartie-Haare ist ein zentraler Teil der Augenpflege beim Hund dieser Rassen.
3. Augenpflege beim Hund: Die tägliche Schritt-für-Schritt-Routine
Die Augenpflege beim Hund dauert täglich maximal zwei Minuten – dafür verhindert sie langfristig Entzündungen, Krusten und Verfärbungen. Die richtige Technik ist dabei entscheidend:
- Spezielles Augenpflege-Pad anfeuchten: Mit lauwarmem Wasser oder einer speziellen Augenreinigungslösung. Niemals normales Küchenpapier oder Watte verwenden – Fasern können ins Auge gelangen und reizen.
- Kruste aufweichen: Das feuchte Pad sanft auf die Kruste am Augenwinkel legen und 10–15 Sekunden einwirken lassen. Nie mit Kraft kratzen – aufgeweichte Krusten lösen sich ohne Druck.
- Immer vom Innenwinkel nach außen wischen: Niemals in Richtung Auge wischen – das würde Bakterien und Schmutz direkt auf die Hornhaut bringen.
- Für jedes Auge ein frisches Pad: Um keine Keime von einem Auge zum anderen zu übertragen.
- Gründlich trocken tupfen: Mit einem sauberen, trockenen Tuch die gesamte Augenpartie abtupfen. Feuchtigkeit ist der Feind – nur trockene Haut ist gesunde Haut.
- Haare kontrollieren: Kurz prüfen ob Haare in den Augenwinkel hängen oder den Augapfel berühren – bei Bedarf kurz nachschneiden.
Speziell für die tägliche Augenpflege beim Hund entwickelte Pads – fusselfreies Material das keine Fasern ins Auge abgibt, sanfte Reinigung von Krusten und Tränenflecken. 100 Stück für mehrere Monate Augenpflege.
4. Welche Produkte eignen sich für die Augenpflege beim Hund?
Für die tägliche Augenpflege beim Hund eignen sich folgende Produkte – und einige wichtige Ausnahmen:
Geeignet
- Speziell entwickelte Augenpflege-Pads: Fusselfreies Material, oft bereits mit Reinigungslösung vorbefeuchtet. Hygienisc einzeln verpackt oder aus einem Spender. Keine losen Fasern die ins Auge gelangen können.
- Sterile Kochsalzlösung (0,9%): Ideal zum Befeuchten trockener Krusten. Reizt die empfindliche Augenschleimhaut nicht. In der Apotheke als Nasenspray oder Wundspülung erhältlich.
- Destilliertes Wasser: Frei von Mineralien und Keimen, gut geeignet als Befeuchtungsmittel für die tägliche Reinigung.
Nicht geeignet
- Kamillentee: Klingt natürlich, kann aber allergische Reaktionen am Auge auslösen und enthält Schwebstoffe.
- Borwasser: Veraltetes Hausmittel das die Schleimhaut austrocknet.
- Normale Watte: Lässt Fasern los die direkt ins Auge gelangen können.
- Küchenpapier oder Taschentücher: Zu rau, hinterlassen Papierfasern, desinfizieren nicht.
- Menschliche Augentropfen: Nie ohne tierärztliche Anweisung verwenden – andere Wirkstoffe und Konzentrationen als für Hunde.
Kamillentee, Milch, Borwasser oder Kokosöl haben in der Augenpflege beim Hund nichts verloren. Diese Mittel sind nicht steril, können Allergien auslösen und die empfindliche Hornhaut reizen. Verwende ausschließlich speziell für Hunde entwickelte Produkte.
5. Tränenflecken dauerhaft reduzieren: Was bei der Augenpflege beim Hund wirklich hilft
Tränensteine komplett zu eliminieren ist bei manchen Rassen nicht möglich – aber deutlich zu reduzieren fast immer. Diese Maßnahmen zeigen in der Praxis die besten Ergebnisse:
Tägliche Reinigung und Trocknung
Die wichtigste und wirksamste Maßnahme überhaupt: täglich reinigen, täglich trocknen. Schon zwei Tage Unterbrechung lassen neue Krusten entstehen. Konsequenz über Wochen zeigt sichtbare Aufhellung – Porphyrine die nicht eintrocknen können das Haar nicht verfärben.
Wasser wechseln
Viele Besitzer berichten über deutliche Verbesserungen nach dem Wechsel von Leitungswasser auf gefiltertes oder stilles Mineralwasser. Mineralien im Leitungswasser können die Porphyrin-Ausscheidung anregen. Den Versuch ist es wert – es kostet wenig und zeigt oft nach zwei bis drei Wochen Wirkung.
Futterumstellung
Tränenfluss kann ein Zeichen für Futterunverträglichkeiten sein. Ein Ausschlussdiät-Versuch mit einem hypoallergenen Monoprotein-Futter über sechs bis acht Wochen zeigt ob Futter der Auslöser ist. Häufige Auslöser: Getreide, Hühnchen, Rind.
Veterinärcheck für Tränenkanäle
Wenn alle anderen Maßnahmen keine Verbesserung bringen, lohnt ein tierärztlicher Check auf verstopfte Tränenkanäle. Eine einfache Spülung des Tränennasenkanals kann das Problem dauerhaft lösen – ein zehnminütiger Eingriff beim Tierarzt.
Bereits dunkel verfärbtes Haar wird durch Reinigung nicht wieder hell – die Porphyrine sitzen tief im Haarschaft. Das verfärbte Haar muss abwachsen oder beim Friseur abgeschnitten werden. Danach mit täglicher Reinigung verhindern dass es erneut entsteht.
6. Prävention durch den richtigen Haarschnitt
Eine der wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen für die Augenpflege beim Hund ist das regelmäßige Kürzen der Haare rund um die Augen. Haare die in den Augapfel pieksen oder im Augenwinkel hängen stimulieren die Tränendrüse dauerhaft zur Mehrproduktion – ein Regelkreis der sich selbst verstärkt: mehr Tränen, mehr Verfärbung, mehr Krusten.
Für die Arbeit direkt am Auge gilt: ausschließlich Scheren mit abgerundeter Spitze verwenden. Auch ein kurzer, unkontrollierter Bewegungsreflex des Hundes kann mit einer spitzen Schere zu einer ernsthaften Hornhautverletzung führen. Die Augen- und Ohrenschere ist für diese Arbeit unverzichtbar.
Schneide die Haare am Augeninnenwinkel so kurz, dass sie den Augapfel nicht berühren und keine Kapillarkräfte zwischen Haar und Auge entstehen, die das Tränensekret festhalten. Die Haare über dem Auge können etwas länger bleiben – sie schützen das Auge vor Staub und direktem Sonnenlicht.
7. Warnsignale: Wann sofort zum Tierarzt?
Die tägliche Augenpflege beim Hund hat noch einen wichtigen Nebeneffekt: Du lernst wie die Augen deines Hundes im Normalzustand aussehen. Abweichungen fallen dann sofort auf. Folgende Zeichen erfordern einen sofortigen Tierarztbesuch:
- Gelblich-eitriger Ausfluss: Klassisches Zeichen für eine bakterielle Infektion. Nicht abwarten – Augeninfektionen können sich innerhalb von Stunden verschlimmern.
- Stark gerötetes Weiß des Auges: Bindehautentzündung oder Fremdkörper im Auge.
- Zugekniffen gehaltenes Auge: Der Hund kneift ein Auge zu – deutet auf Schmerzen hin, oft durch Hornhautverletzung oder Fremdkörper.
- Trübe oder milchige Hornhaut: Kann auf Hornhautläsion, Katarakt oder andere ernsthafte Augenerkrankung hinweisen.
- Sichtbares drittes Augenlid: Das rötliche Gewebe das normalerweise im Augenwinkel versteckt ist – wenn es sichtbar wird, ist das ein Zeichen für Schmerzen oder Erschöpfung.
- Starkes Kratzen am Auge: Der Hund reibt das Auge intensiv an Möbeln oder kratzt es mit der Pfote – sofort eingreifen und Tierarzt aufsuchen.
Die Hornhaut des Hundes heilt erstaunlich schnell – aber sie muss korrekt behandelt werden. Eine unbehandelte Hornhautverletzung kann in 24–48 Stunden zu ernsthaften Komplikationen führen. Im Zweifel immer zum Tierarzt – ein kurzes Auge-Zukneifen kann bereits ein klares Warnsignal sein.
8. Ernährung und ihr Einfluss auf die Augenpflege beim Hund
Ernährung und Augengesundheit sind enger verbunden als die meisten Hundebesitzer ahnen. Bestimmte Nährstoffe spielen eine direkte Rolle in der Gesunderhaltung der Augen und können die Tränenproduktion beeinflussen:
- Omega-3-Fettsäuren: Reduzieren Entzündungsreaktionen in der gesamten Schleimhaut – auch im Auge. Lachsöl als tägliche Ergänzung zeigt bei vielen Hunden eine Reduktion der Tränenproduktion nach vier bis sechs Wochen.
- Vitamin A: Essenziell für die Gesundheit der Hornhaut und der Bindehaut. Mangel führt zu trockenen Augen und erhöhter Infektionsanfälligkeit. In hochwertigen Kompletfuttern in der Regel ausreichend enthalten.
- Lutein und Zeaxanthin: Antioxidantien die die Netzhaut schützen – vor allem bei älteren Hunden relevant.
- Hypoallergenes Futter: Bei Hunden mit Verdacht auf Futterunverträglichkeit kann eine Umstellung auf Monoprotein-Futter die Tränenproduktion innerhalb weniger Wochen reduzieren.
Augenpflege beim Groomer
Gute Hundefriseure reinigen bei jedem Besuch die Augenpartie professionell und trimmen die Haare rund um die Augen. Auf pfotenrat.de findest du Groomer mit Erfahrung bei Augenpflege-intensiven Rassen.
Augenerkrankungen, Hornhautverletzungen und Tränenkanal-Behandlungen können schnell mehrere hundert Euro kosten. Eine Tierkrankenversicherung schützt vor diesen unerwarteten Kosten – für alle Rassen.
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- Täglich reinigen: Augenpflege-Pad vom Innenwinkel nach außen, für jedes Auge frisches Pad
- Gründlich trocken tupfen – dauerhaft feuchte Haut unter dem Auge fördert Bakterien
- Haare rund ums Auge kurz halten – Haare im Augenwinkel steigern die Tränenproduktion
- Nur fusselfreie Pads verwenden – Watte und Küchenpapier hinterlassen Fasern im Auge
- Keine Hausmittel: kein Kamillentee, kein Borwasser, keine menschlichen Augentropfen
- Tränenflecken: tägliche Reinigung + Wasserqualität + Futtercheck + Tränenkanal-Check
- Gelblicher Ausfluss, zugekniffen gehaltenes Auge, trübe Hornhaut: sofort zum Tierarzt

