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Der erste Fellwechsel beim Welpen: Wann das Babyfell geht (2026)

Der erste Fellwechsel beim Welpen: Wann das Babyfell geht

Irgendwann zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat verändert sich das Fell deines Welpen grundlegend. Das weiche, flauschige Babyfell weicht dem festeren Haarkleid des erwachsenen Hundes. Viele Halter erschrecken in dieser Phase – plötzlich liegen überall Haare, das Fell wirkt struppig, manchmal sogar fleckig.

Das ist normal. Was in dieser Phase passiert, wie lange sie dauert und woran du erkennst, dass es kein normaler Wechsel mehr ist, steht hier.

1. Wann es losgeht

Der erste Fellwechsel beginnt bei den meisten Hunden zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat und zieht sich über etwa vier bis acht Wochen. Die Spanne ist groß, weil die Rassegröße den Takt vorgibt:

  • Kleine Rassen: früher, oft schon ab Monat vier, und schneller abgeschlossen
  • Mittlere Rassen: etwa Monat fünf bis sechs
  • Große und sehr große Rassen: später, teils erst ab Monat sieben, und bis zum zweiten Lebensjahr nicht vollständig ausgereift

Bei manchen Hunden ist der Übergang so unauffällig, dass er gar nicht bemerkt wird. Bei anderen – besonders bei Doppelfell-Rassen – liegt für ein paar Wochen überall Flaum.

2. Babyfell und Erwachsenenfell

Welpenfell ist weich, dünn und hat kaum Struktur. Es hält warm, solange der Welpe eng bei Mutter und Geschwistern liegt, taugt aber nicht als Wetterschutz. Das Erwachsenenfell ist gröber, dichter, oft deutlich anders in der Farbe – und beim Doppelfell kommt jetzt erst die eigentliche Unterwolle dazu.

Die Farbe ändert sich oft mit

Viele Welpen kommen heller oder dunkler zur Welt, als sie später sein werden. Bei Yorkshire Terriern wird aus Schwarz ein Stahlblau, bei Bobtails und einigen Hütehunden hellt Dunkelgrau deutlich auf, Dalmatiner bekommen ihre Punkte erst nach und nach. Ein Farbwechsel in dieser Phase ist kein Grund zur Sorge.

3. Was sich je nach Felltyp ändert

  • Doppelfell (Labrador, Golden Retriever, Schäferhund, Australian Shepherd): Jetzt entsteht die Unterwolle. Ab hier gibt es zweimal jährlich einen echten Fellwechsel – wer das vorher nie erlebt hat, unterschätzt die Menge. Details im Ratgeber Fellwechsel beim Hund.
  • Lockenfell (Pudel, Doodles, Bichon): Aus weichem Welpenflaum wird festes, sprungfedriges Haar – und damit beginnt die Verfilzungsanfälligkeit. Das ist die riskanteste Phase überhaupt, weil viele Halter noch mit der bisherigen, viel zu lockeren Routine weitermachen.
  • Seidenhaar (Malteser, Shih Tzu, Havaneser): Das Haar wird länger und feiner, der Kämmbedarf steigt deutlich.
  • Rauhaar (Schnauzer, Drahthaardackel): Das weiche Welpenhaar muss erstmals herausgetrimmt werden, damit die harte Struktur nachwachsen kann. Wer hier schert statt trimmt, verliert das Drahthaar dauerhaft.
  • Kurzhaar (Boxer, Dobermann): Kaum sichtbare Veränderung, meist nur eine Phase mit etwas mehr Haarverlust.
Die Doodle-Falle

Bei Doodles fällt der Fellwechsel mit dem Übergang zum verfilzungsanfälligen Erwachsenenhaar zusammen. Ausgefallenes Welpenhaar bleibt in den neuen Locken hängen und bildet innerhalb weniger Tage feste Matten direkt an der Haut – oft unsichtbar, bis der Kamm nicht mehr durchkommt. In dieser Zeit ist tägliches Durchkämmen bis auf die Haut Pflicht, nicht Kür. Mehr dazu: Doodle-Haarpflege.

4. Pflege in dieser Phase

  • Häufiger bürsten als sonst. Bei Doppelfell täglich fünf bis zehn Minuten, bei Locken- und Seidenhaar täglich bis auf die Haut durchkämmen.
  • Weiches Werkzeug wählen. Welpenhaut ist dünner und empfindlicher. Eine weiche Zupfbürste oder ein Kamm mit abgerundeten Zinken reicht völlig – scharfe De-Shedding-Werkzeuge sind hier fehl am Platz.
  • Kurz und oft statt lang und selten. Drei Minuten täglich sind mehr wert als zwanzig Minuten am Wochenende, für das Fell wie für die Nerven.
  • Baden nur bei Bedarf. Welpenhaut trocknet schnell aus; wenn, dann mit einem pH-neutralen Welpenshampoo.
  • Problemzonen prüfen: hinter den Ohren, Achseln, Innenschenkel, Rutenansatz und unter dem Halsband.
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5. Die Chance: Gewöhnung fürs ganze Leben

Der erste Fellwechsel fällt in ein Alter, in dem dein Hund noch formbar ist. Was er jetzt als normal lernt, akzeptiert er später ohne Diskussion. Was er jetzt als unangenehm abspeichert, wird zum Dauerthema – und Hundefriseure bekommen genau diese Hunde später auf den Tisch.

Drei Dinge, die sich in dieser Phase auszahlen:

  1. Jeden Körperteil anfassen. Pfoten, Zehenzwischenräume, Ohren, Rute, Bauch, Maul. Kurz, positiv, mit Belohnung.
  2. Geräusche einführen. Schermaschine und Föhn laufen lassen, ohne sie zu benutzen – erst im Nebenraum, dann näher.
  3. Früh zum Friseur. Ein erster Termin ohne großen Schnitt, nur Kennenlernen, Anfassen, Föhn. Fast alle Salons bieten das an, und es ist die beste Investition, die du in den nächsten zehn Jahre Fellpflege stecken kannst.

Wie du das systematisch aufbaust, steht im Ratgeber Welpen an die Fellpflege gewöhnen.

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6. Wann es kein Fellwechsel ist

Normaler Fellwechsel ist gleichmäßig. Diese Zeichen sprechen dagegen:

  • Kahle Stellen, besonders rund und scharf begrenzt – Verdacht auf Pilz, gerade bei Welpen häufig und auf Menschen übertragbar
  • Kahle Stellen im Gesicht oder an den Vorderpfoten ohne Juckreiz – typisch für juvenile Demodikose
  • Starker Juckreiz, Kratzen bis zur Verletzung
  • Krusten, Schuppen, Rötung oder auffälliger Geruch
  • Der Welpe nimmt nicht zu oder wirkt matt

Bei Welpen sind Parasiten und Pilzinfektionen deutlich häufiger als bei erwachsenen Hunden – und je früher behandelt wird, desto kürzer die Geschichte. Ein Verdacht gehört abgeklärt, nicht beobachtet.

7. Häufige Fragen

Wie lange dauert der erste Fellwechsel?

In der Regel vier bis acht Wochen. Bei großen Rassen kann sich der Übergang über mehrere Monate hinziehen, bis das Fell endgültig ausgereift ist.

Mein Welpe haart plötzlich extrem – ist das normal?

Im richtigen Alter und bei gleichmäßigem Fellbild ja. Verdächtig wird es bei kahlen Stellen, Juckreiz oder veränderter Haut.

Darf ich meinen Welpen in dieser Zeit scheren lassen?

Bei Doppelfell-Rassen nein – das gilt lebenslang und in dieser Phase besonders. Bei Locken- und Seidenhaar ist ein kurzer Pflegeschnitt unbedenklich und oft sogar die entspanntere Lösung.

Ändert sich die Fellfarbe wirklich?

Bei vielen Rassen ja, teilweise deutlich. Das ist genetisch angelegt und kein Krankheitszeichen.

Welche Bürste brauche ich jetzt?

Das hängt vom Felltyp ab, nicht vom Alter. Der Felltyp-Test ordnet das Fell deines Hundes ein und nennt das passende Werkzeug – eine Übersicht gibt es außerdem im Ratgeber Die richtige Bürste.

Das Wichtigste in Kürze
  • Der erste Fellwechsel läuft meist zwischen dem vierten und siebten Monat und dauert vier bis acht Wochen.
  • Bei Doppelfell entsteht jetzt die Unterwolle, bei Lockenfell beginnt die Verfilzungsanfälligkeit.
  • Häufiger bürsten, aber mit weichem Werkzeug – Welpenhaut ist empfindlicher.
  • Diese Wochen sind das Zeitfenster für die Gewöhnung an Anfassen, Föhn und Friseur.
  • Kahle Stellen, Juckreiz oder Krusten sind kein Fellwechsel und gehören abgeklärt.

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